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170 - Best of 2008: Die Top-Hits und Trends des letzten Jahres (.de)

on Fri 02 Jan 2009 by Bobic author listemail the content item print the content item create pdf file of the content item

in .deMOSZENE Artikel

comments: 0 hits: 2452

Es wird als besonderer Jahrgang in die Geschichtsbücher der Demoszene eingehen, dieses 2008. Vielleicht wird es im Nachhinein nicht als der edelste Tropfen angesehen werden, aber mit Sicherheit als ein exquisiter, bei dem sowohl der Feinschmecker, als auch der Gelegenheits-Trinker die besondere Note herausschmecken konnte. Was wir in den vergangenen 12 Monaten in der Demoszene gesehen haben, war einfach nur schön. Prachtvolle 3D-Burschen waren dabei, innovativ gestylte Kerle, auf Hochglanz polierte Jungs, die vor Kraft strotzenden Nachwuchs in 4 Kilobyte und endlich wieder 64k Kilobyte im Gepäck hatten. Wir haben tolle Parties erlebt, durften am Nektar der künstlerischen Ergüsse der Grafiker und Musiker nippen und sahen, wie der Kommerz immer mehr Platz in der Szene einnimmt. Was gut und was schlecht war, was uns auffiel, zur Begeisterung hinriss und was man auf keinen Fall verpassen sollte, findet ihr in unseren Ranglisten der Tops und Flops 2008.




Best PC-Demo:
1.) Masagin / Farbrausch & Neuro
2.) Stargazer / Andromeda & Orb
3.) Metamorphosis / ASD
4.) The Seeker / STILL
5.) Falling Down / UKscene Allstars
6.) Inflorescene / MFX
7.) Into the Pink / Plastic
8.) Shad 3 / Cocoon
9.) Camden Town / PlayPsyco
10.) The Beauty / Einklang.net


Nein, es war keine klare Entscheidung und beleibe keine einfache, die wir hier zu treffen hatten. Das einzige was Fakt war: dass die Breakpoint 2008 einige der stärksten Demos des Jahres zu bieten hatte. Gleich die Hälfte unserer Top10 wurde auf der Party in Bingen am Rhein veröffentlicht. Innerhalb der Redaktion lieferten sich Masagin und Stargazer quasi ein Kopf-an-Kopf-Rennen - mit dem glücklicheren Ausgang für die Coop-Demo von Neuro und Farbrausch. Warum? Weil Masagin eine der ungewöhnlichsten Demos unserer Zeit ist: Abstrakt, abwechslungsreich, verrückt und voller innovativer Ideen. Ein Kunstwerk eben! In allen Belangen! Dagegen ist Stargazer einfach normaler, auch wenn es die typischen Demo-Tugenden auf technisch perfektem und verdammt coolem Niveau präsentiert. Metamorphosis hingegen, unsere Nummer 3 im Jahr 2008, zeigt ebenfalls die ganze kreative Ader der Demoszene auf. Es wirkt wie ein bizarrer, fast bunter Scherenschnitt, ist aber doch ein wenig gewöhnungsbedürftig. Soviel Mut und Innovation muss man aber auf jeden Fall Respekt zollen, denn Metamorphosis ist einzigartig, auch wenn die Gruppe ASD exakt den gleichen Stil wenige Monate später für ihre NVScene-Demo Midnight Run erneut verwendeten.
Randnotiz: Camden Town, die neuntplatzierte Demo in unserer Rangliste, pfeift auf NVidia und ATi und rückt das gute, alte Software-Rendering in unglaublicher Perfektion ins Rampenlicht.



Best PC-64k:
1.) Panic Room / Fairlight
2.) Pimp my Spectrum / AteBit
3.) Konami Raze / PlayPsyco
4.) Crystal Gate / Extrait
5.) Invoke / STILL & Conspiracy
6.) No? / United Force
7.) Incognito / Traction
8.) Nebula / SQNY
9.) Crystal Tension / United Force
10.) Scitwo / Rebels


So schwer die Entscheidung bei den Demos war, so leicht ließ sich der König der 64k Intros im Jahr 2008 ermitteln. Die eigentlich enttäuschende Assembly 2009 hatte mit Panic Room von Fairlight wenigstens ein absolutes Monster zu bieten. Mit brillanter Grafik- und Soundqualität, umwerfenden Effekten, die unter massivestem Shader-Einsatz entstanden. Ein Meisterwerk der Technik, das unseren Abgesang auf die 64k Intros mit einem Paukenschlag widerlegte. Denn ein paar Monate zuvor hatten wir davon gesprochen, dass die 64k's tot wären, dass die 4k Intros ihren Platz eingenommen hätten. Denn von denen wurde der "Markt" 2008 überschwemmt, während kaum noch jemand 64k Intros entwickelte, geschweige denn etwas Sehenswertes hervorbrachte. Fairlight haben uns Lügen gestraft! Genauso wie die Jungs von AteBit, die einfach eine aufgemotzte Spectrum-Intro unter Windows veröffentlichten und mit viel Charme, Liebe und kultigem Retro-Style ein kleines Werk schufen, das zu begeistern wusste. Ungewöhnliche Optik weist auch Konami Raze von PlayPsyco auf, welches die 4S-Bronzemedaille erobern konnte. Cel-Shading wirkt auch 2008 längst noch nicht uncool!
Überhaupt gab es in diesem Jahr wieder deutlich bessere, und vor allem ein paar mehr 64k Intros zu sehen als es noch ein Jahr zuvor der Fall war. Die Qualität und Quantität wie etwa der 2006er Jahrgang wurde zwar auch heuer nicht erreicht, aber alleine Panic Room dürfte vielen anderen Gruppen wieder genug Ansporn geben, es besser zu machen - oder es zumindest zu versuchen.



Best PC-4k:
1.) Atrium / TBC & Loonies
2.) Texas / Keyboarders
3.) Receptor / TBC
4.) Deep Science / Fairlight
5.) Nucleophile / Portal P. & TBC
6.) Photon Race 2 / Archee
7.) Kindercrasher / RGBA
8.) lns-4.096:Bits'n Pieces / TBC & L.
9.) Himalaya / TBC
10.) Havoc / Archee


Das letzte Jahr war definitiv der Durchbruch für die kleinen Kraftpakete. Natürlich sind 4k Intros schon seit Jahren ein wichtiger Eckpfeiler in der Szene geworden, bieten diese 4096 Bytes doch inzwischen genug Platz um tolle Effekte, Grafik und Musik unterzubringen. Aber 2008 war er endlich da, der Parsec-Killer! Denn Parsec heißt die 4k Intro, der bislang am intensivsten gehuldigt worden ist. Seit 2005 schon! Nun stellten gleich zwei Werke dieses Meisterwerk an die Wand. Zum einen natürlich Atrium von TBC & Loonies, Gewinner der 4k-Wettbewerbs der Breakpoint 2008. Hier steckt wirklich alles drin: perfektes Design, fantastische Effekte und ein glasklarer Sound, gefüllt mit wundervollen Melodien. Genau an letzerem scheiterte die 4k Intro Texas von den Keyboarders, weshalb sie letztendlich nur zweiter Sieger wurde. Technisch ist auch Texas ein Brett das in grafischer Opulenz schwimmt. Nur der verstörte Sound mag nicht alle Ohren erfreuen. Receptor, eine weitere TBC-Produktion, dieses Mal ungeheuer abwechslungsreich was die Effekte betrifft, findet sich auf Rang 3 wieder. Genau das weist schon darauf hin, dass die 4k-Szene von der Gruppe TBC, und ihren Lieblingspartners Loonies, dominiert wird. TBC veröffentlichen ein Meisterwerk nach dem anderen, verstehen es einfach, auf kleinstem Raum das Maximalste zu zeigen.
Schön war 2008 auch, dass es wieder eine 4k Intro von Fairlight zu sehen gab. Dass Archee, die Ein-Mann-Intro-Armee, sowohl eine Physik-Engine, als auch einen Raytracer in nur vier Kilobyte zeigen kann. Und dass sich mit Himalaya von TBC, auch wieder eine 1k-Intro in unsere Top10 mogeln konnte.



Best Console-Demo:
1.) Linger in Shadows / Plastic (PS3)
2.) Planet Hively / Iris & UpR. (Wii)
3.) Bresenham / Metalvotze (Vectrex)
4.) Daydream / Hedelmae (GP2X/PSP)
5.) Unibrau / Milkman (GBA)


Linger in Shadows, ein Name der seit dem letzten Osterfest wie ein Tornado durch den Mediendschungel fegte. Ja, wir waren nicht ganz unschuldig an dem Rummel, den diese Demo für die Playstation 3 ausgelöst hat, welches noch dazu die Erste für die Konsole von Sony war. Ein wunderschönes Erlebnis ist dieses Ding, welches Plastic hier kreiert haben, denn anders kann man es im Nachhinein eigentlich nicht bezeichnen. Als Coder Bonzaj auf der Breakpoint 2008 zum ersten Mal den rund achtminütigen Clip präsentierte, wir die bombastische Orchesteruntermalung hörten, diesen seltsamen Tentakelroboter und den versteinerten Hund sahen, ja, da lagen wir ihm und seiner Truppe wegen ihrer Bombast-Demo zu Füßen. Natürlich tun wir dies auch jetzt noch, wo Linger in Shadows endlich offiziell im PSN erschienen ist. Aber jetzt wissen wir, dass hier eigentlich ein Puzzlespiel vorliegt. Eins von der ganz abstrakten und ungewöhnlichen Sorte. Kein Mainstreamprojekt, dafür aber etwas, welches die Demoszene vielleicht einem anderen Publikum näher bringt. Denn im "Spiel" selbst sind zahlreiche Botschaften über und an andere Gruppen versteckt, welche es zu entdecken gilt. Das macht Appetit auf mehr. Vielleicht sehen wir schon bald von anderen Demogroups etwas für die PS3.
Platz 2 verdient sich hingegen ein Multiplattformprojekt. Nämlich die Musik Disk Planet Hively, die chippige Melodien sowohl auf diversen Computer-Systemen, als auch Videospielkonsolen bringt. Uns hat der Wii-Port dabei am besten gefallen, da Nintendos familientaugliches Spielgerät perfekt für ein solch liebliches Klangkunstwerk geschaffen ist.
Ansonsten war in der Konsolen-Ecke wenig los. Microsoft sponsorte 2008 keine Xbox-Kits mehr, wie noch im Jahr zuvor auf der ASM'07, womit die Szene keinen Anreiz fand für das Spielgerät der Redmonder etwas zu basteln. Auch die Handhelds sahen nur wenige gute Releases. Das betagte Vectrex-System erlebte mit Bresenham von Metalvotze jedoch noch einmal einen echten Höhepunkt.



Best Oldskool-Demo:
1.) Edge of Disgrace / Booze Design (C64)
2.) Soliloquy / Elude (Amiga)
3.) Pure / Laresistance (Atari XL)
4.) Hardknee Lotus / Unique & RNO (Amiga)
5.) Psylteflesk / Ephidrena (Amiga, 4k)


Es war ein gutes Jahr für die Amiga-Gemeinde. Definitiv besser als 2007, wo arg wenig Releases zu Buche standen. Dennoch haben wir uns in diesem Jahr dazu entschlossen, keine eigene Amiga-Rangliste mehr zu veröffentlichen, sondern eine allgemeine Oldskool-Top5 zu küren, in welcher alle älteren Systeme berücksichtigt werden. In unsere Liste haben es aber dann doch gleich drei Amiga-Produktionen geschafft, wobei der Gewinner jedoch aus dem Brotkasten-Lager kommt. Edge of Disgrace ist der Titel einer Demo, welche 2008 weit über die Grenzen der C64-Szene hinaus elektrisiert hat. Unglaubliche Technik, wunderschöne Pixelgrafiken, vielfältige Musik in herausragender Qualität stecken hier drin und holen das letzte aus Commodores 8bit-Rechner heraus. Vielleicht das Beste, was der C64 bislang zu sehen bekam? Vielleicht auch nicht. Aber wenn bereits wenige Tage nach der Veröffentlichung selbst gestandene High-End-PC-Besitzer der jüngeren Generation sich mit Lobhudelei überschlagen, muss etwas ganz Besonderes in Edge of Disgrace stecken.
Etwas Besonderes ist auch die aus Polen stammende Demo Soliloquy für AGA/060 Amigas. Hier wurde gekonnt der typische Stil von den Amiga-Kings von The Black Lotus kopiert. Technikschmaus trifft auf tolle 3D-Modelle und einer höchst passenden Mixtur aus cineastischem Demo-Sound. Pure von Laresistance ist eine Produktion für den Atari XL und begeistert mit aufwändigen Effekten wie Gouraud Shading, während Hardknee Lotus für den Amiga 500 Szenen zeigt, die man eigentlich bislang nur auf einem deutlich stärkeren Amiga 1200 mit AGA-Chipsatz zu sehen bekam. Als letztes Werk bei unseren Top5 der Oldskool-Liga rangiert mit Psylteflesk eine musikalisch brachial inszenierte 4k Intro von Ephidrena, die lustige Gesichter auf so abgefahrene Art und Weise und mit solch tollen Farben zusammensetzt, dass einem das Herz vor Freude blutet.



Best Wild-Demo:
1.) Field Trip / Half-bit Cheese
2.) E.T.A. / Junk
3.) Craft / LFT
4.) Resistance / United Force
5.) Octillion / Nuance


Titel erfolgreich verteidigt! Maxon und sein Team von Half-bit Cheese können den Erfolg des Vorjahres (damals mit Realtime Demo Wannabe) wiederholen. Ihr Field Trip ist ein solch lustiger, technisch perfekt inszenierter Animations-Kurzfilm, dass es wohl nur eine Frage der Zeit sein dürfte, bis die talentierten Finnen für Pixar oder die Dreamworks Animation Studios arbeiten dürfen. Dort könnten aber auch die Jungs von Junk anfangen, die mit E.T.A. ebenfalls Augenschmaus allererster Güte bieten, sich dem Witz und der Abgefahrenheit von Field Trip aber dennoch geschlagen geben mussten - wie schon auf der Breakpoint 2008. Craft müsste hingegen noch einen Sonderpreis für die verrückteste Bastelarbeit bekommen. Im Video sieht man, wie der Autor sich eine eigene Minikonsole baut und dafür eine eigens dafür geschriebene Demo mit supercooler Musik und Effekten programmiert. Genial! Resistance und Octillion sind hingegen Wild Demos im typischen Demo-Stil - was ja nichts schlechtes ist.



Best PC-Invitation:
1.) Masagin / Farbrausch & Neuro
2.) Ooh La La - F'08 Invite / UF
3.) Digital Garden / Rebels
4.) Realtime Generation / FLT & ASD
5.) Invoke / STILL & Conspiracy


Masagin hier, Masagin dort. Masagin ist einfach überall. An Paniqs Kreativitätsmeisterwerk führt 2008 kein Weg vorbei. Natürlich auch nicht bei der Wahl zur besten Invitation. Als Einladung für die erste Demo-Party von NVIDIA, der NVscene 2008, wurde Masagin gemacht. Und einem solch illustren Gastgeber muss man schon etwas Besonderes bieten. Etwas so vielfältiges, innovatives und fantastisches, dass selbst die optisch von ihren eigenen Grafikkarten verwöhnten Herrschaften ins Staunen geraten. Masagin eben! Ebenfalls ganz im Zeichen der Kreativität steht das freakige Ooh La La, die Einladungsdemo zur Function 2008 in Ungarn. Hier vermischt sich 70er-Jahre Hippie-Style mit jeder Menge guter Laune. Ein ganz großer Spaß! Traditionell gestaltet ist hingegen die Breakpoint 2008 Invitation Digital Garden. Hier ist alles schön sauber, schön glatt poliert. Aber hier gibt es definitiv den wundervollsten Soundtrack zu hören. Genau die Musik von Chromag ist es, welche der soliden Schönheit der Gruppe Rebels eine unnachahmliche Note verleiht. Was bei der viertplatzierten Einladung zur Realtime Generation Party auf die sensationellen Effekte zutrifft. Invoke, unsere Nummer 5, bietet in nur 64k von allem Etwas. Gute Optik, coolen Sound, puren Demo-Style.



Best Music Disk:
1.) Jailhouse Voices / Alcatraz
2.) BitJam RMX 001 / BitFellas
3.) Planet Hively / Iris & Up Rough
4.) Chillosophy 3 / Brainstorm
5.) Amiga Demo 2 / Oxygene


Eine knappe Entscheidung war auch die Wahl der besten Music Disk 2008. Erneut sind viele Genrevertreter erschienen, doch nur wenige konnten wirklich begeistern. Jailhouse Voices machte letztendlich das Rennen, weil die Disk trotz altmodischer Aufmachung, einfach die beste Musik bot. Namen wie Virgill, Jogeir oder Keito bürgen einfach für grandiose Musikqualität. BitJam RMX 001 glänzte zwar mit edler 3D-Optik, musste sich aber mit Silber begnügnen, weil die dort enthaltenen Remixe zwar allesamt sehr cool gemacht waren, eigentlich aber nur auf drei Melodien basierten, die es neu abzumischen galt. Planet Hively hingegen punktete mit Ohrwurm-verdächtigen Chip-Tune-Melodien, einer niedlichen Aufmachung und hat sich im Laufe der Zeit zu einem Multiplattform-Projekt gemausert. Chillosophy 3 und Amiga Demo 2 komplettieren das Feld, wobei letzteres vor allem die Retro-Freunde mit seinen Original Amiga/ST-Tunes ansprechen dürfte.



Best Scene-Game:
1.) Defender of the Favicon (Java)
2.) Beanie Fighter (Windows)
3.) G:Plus (Windows, Mac)
4.) Stack'em (Java)
5.) Buenzli 17 Invitation Game (Win)


Was die Demoszene 2008 auf dem Spielesektor zeigte, war enttäuschend. Gab es im Jahr zuvor noch viele coole Games, wurde speziell auf den großen Demo-Parties kaum etwas veröffentlicht. So geschehen auf der Breakpoint 2008, bei der nur ein einziges Spiel für die Game-Compo eingereicht wurde. Der Wettbewerb wurde daraufhin abgesagt. Veröffentlicht wurde das dortige Spiel namens Beanie Fighter trotzdem - und hat uns eine Menge Spaß gemacht. Der Stickman-Kung-Fu mit witziger Ragdoll-Technik erreichte den zweiten Platz in unseren Top 5 und musste sich nur dem durchgeknallten Defender of the Favicon geschlagen geben. Durchgeknallt ist hier jedoch weniger das Spielprinzip, als der Programmierer dieses Games. Das Geschehen in diesem Shoot'em Up findet tatsächlich in nur einem 16x16 Felder großen Feld statt, was wirklich völlig verrückt ist. Spaß macht die Krümelei aber eindeutig und lässt sich, mit ein bisschen Übung sogar ausgezeichnet spielen. Gold also für das Spiel mit der kleinsten Optik 2008!
Ebenfalls spielenswert: G:Plus (klinisch sauberer Tempest-Klon), Stack'em (Puzzle) und das lustige Invitation Game zur Buenzli 17 (Frogger-Klon).



Best Effects (PC):
1.) Stargazer / Andromeda & Orb
2.) Realtime Generation / FLT & ASD
3.) Only one wish / Fairlight & TBL
4.) Inflorescene / MFX
5.) Into the Pink / Plastic


Würfel gehören zur Demoszene wie das Amen in die Kirche. Die bislang schönsten durften wir in Stargazer bewundern, der Gewinner-Demo von der NVscene 2008. Die Gruppen Andromeda und Orb haben in ihre Demo jedoch noch viele weitere, packende Szenen gesteckt. Fantastische Licht- und Schattenspiele etwa, Wassereffekte die sich wirklich gewaschen haben, aufwändige 3D-Modelle und einen Zoom, der aus eben jenen ensteht. Den Preis für die besten Effekte haben sie sich deshalb redlich verdient. Beeindruckend sind auch die Shader-Effekte, welche in Realtime Generation zu sehen sind, genauso wie die explodierenden, in tausende Splitter zerplatzenden Masken, die wir in Only one wish zu sehen bekamen. Inflorescene von MFX gefiel uns vor allem wegen den abgefahrenen Tunnelszenen, sowie dem Flug durch das peppige Gräserfeld. Into the Pink bietet typische Effektkost von Plastic, mit vielen rotierenden, herumwirbelnden Objekten. So etwas sieht immer gut aus.



Best Soundtrack:
1.) Masagin / Farbrausch & Neuro
2.) Atrium / TBC & Loonies
3.) Falling Down / UKscene Allstars
4.) Stargazer / Andromeda & Orb
5.) Digital Garden / Rebels


Masagin zum Dritten! Autor Paniq hat sich mit der Musik zur Abräumer-Demo Nr. 1 im Jahr 2008 selbst ein Denkmal gesetzt. So kreativ das Werk in visueller Hinsicht ist, so abgefahren, abwechslungsreich und gar meisterlich präsentiert es sich auch im Audio-Bereich. Fließende Übergänge, unterschiedliche Stile, herrliche Melodien und zwischendurch ordentlicher Kawumms hieven den Masagin-Sound gar in Movie-Score-Dimensionen. Und das trotz der doch überwiegend elektronischen Grundlage. Denn wie bei einem Film untermalt hier die Musik jede Szene perfekt, sorgt für tolle Atmosphäre. Schlichtweg bravourös!
Dass sich in unserer Hitliste mit Atrium der Musik einer 4k-Intro auf dem zweiten Rang tummelt, erscheint ungewöhnlich. Die Erklärung dafür ist jedoch einfach. Nie zuvor haben wir klareren Sound in einer 4k-Intro gehört. Die Melodie geht sofort ins Ohr, die Beats untermalen die Effekte perfekt und sind Zeugnis davon, dass der Komponist Purys hier seine bislang beste Arbeit abgeliefert hat. Hip-Hop-Sample-Meister Keito überzeugte mit seinem technisch hervorragenden Stück zur Demo Falling Down. Der brachiale Stargazer-Sound, inszeniert von Gloom, klingt wie gute Demo-Musik einfach klingen muss. Chromag's Digital Garden, lange Zeit ein ganz heißer Favorit der Redaktion, weil das Stück über die vielleicht schönste Melodie des gesamten Demo-Jahres verfügt, musste sich dann mit Platz 5 zufrieden geben. Es klingt einfach doch ein wenig zu normal, musste den Kreativlingen und technisch besser inszenierten Werken den Vortritt lassen.



Best Concept:
1.) Metamorphosis / ASD
2.) Masagin / Farbrausch & Neuro
3.) The Seeker / STILL
4.) Pimp my Spectrum / AteBit
5.) Realtime Generation / FLT & ASD


Grotesk und bizarr wirkt der Scherenschnittstil mit dem 70er Jahre Retro-Muster, den Andromeda Software Development zuerst in ihrer Demo Metamorphosis, später auch noch in Midnight Run gezeigt haben. Erst in Bewegung erkennt man das Potential und die Kreativität, die hier drin stecken. Welch positive Verrücktheit muss Mastermind Navis hier getrieben haben, um etwas wie Metamorphosis zu entwickeln. Etwas, das sich ständig bewegt, ständig fließt, einen Lebenszyklus auf solch unkonventionelle Art und Weise zu zeigen. Manchmal lässt es uns wie Hippies fühlen, präsentiert gegen Ende hin sogar Monströsitäten. Ein ungewöhnlicher Leckerbissen, dem man sich öffnen sollte. Wir konnten das, sind begeistert und verleihen Metamorphosis den Preis für das beste Konzept.
Masagin taucht natürlich auch in dieser Rangliste auf, hätte es aufgrund seiner Vielfältigkeit sogar auf Platz 1 schaffen können, bliebt aber schließlich nur zweiter Sieger. Ausschlaggebend war der durchgehende Stil, den Metamorphosis von Anfang bis zum Ende beibehält. Der für sich alleine schon so kultig wirkt, dass sich die Demo von ASD um Haaresbreite noch vorbeischob.
Ein durchgehendes Konzept verfolgt auch The Seeker von STILL, mit seinem pompösen Flug durch die Elemente. Pimp my Spectrum sammelte mit Effekten und Optik im Spectrum-Stil Pluspunkte, verbreitete aber unter Windows jede Menge gute Laune. Realtime Generation zeigt von Anfang bis zum Ende nur eine einzige Szene. Die wird jedoch mit vielen unterschiedlichen Shader-Spielereien gekonnt inszeniert, dass die fehlende Abwechslung gar nicht auffällt. Ein cooles Stück Software!



Best Demogroup:
1.) TBC
2.) Andromeda Software Development
3.) STILL
4.) Plastic
5.) Fairlight


Es mag eine Überraschung sein, aber sie haben sich den ersten Platz reglich verdient. TBC, die Meister der Effektzwerge, sind unsere Demogruppe des Jahres 2008. Unzählige herausragende 4k Intros haben sie veröffentlicht, auch in nur einem Kilobyte Fantastisches gezeigt - und dabei die Messlatte immer ein Stückchen höher gelegt. Langeweilig wurde es zu keiner Zeit. Jede Intro unterscheidet sich von der anderen. Immer wieder kitzeln TBC neue schicke Effekte aus den Größenlimitierungen, sorgen bei den Zuschauern für offenstehende Münder. An ihnen wird auch 2009 kein Weg vorbeiführen, zumal sie selbst - in Zusammenarbeit mit der Gruppe Loonies - Crinkler entwickelt haben, das beliebteste Crunch-Programm der Intro-Szene.
Andromeda Software Development haben sich auf den zweiten Platz gekämpft, weil keine andere Gruppe so viele unterschiedliche Stile verwirklicht, so viel Kreativität beim Design zeigt und dabei technisch noch solche Meisterleistungen vollbringt wie die Griechen. Sie schaffen es einfach, jeden Traum Wirklichkeit werden zu lassen, egal ob minimalistisch (wie bei den ZINE #13 Headlines), bombastisch (Size Antimatters) oder abstrakt (Metamorphosis).
STILL haben mit dem erneuten Sieg bei der Intel Demo Compo und vielen kleinen und großen Releases erneut ihre Produktivität unterstrichen. Plastic schafften mit Linger in Shadows (PS3) und Into the Pink (PC) ein beeindruckendes Comeback. Genau wie Fairlight bei den 64k Intros (Panic Room), wobei sie, wie immer, auch großartige Demos veröffentlicht haben (Realtime Generation, Only one wish).



Best Graphics:
1.) Hugi #34 Opening Pic / Tascha
2.) Battle / Unreal
3.) Last Hope / Trenox


Das Diskmag Hugi mag oft gescholten werden. Der 34. Ausgabe der digitalen Demo-Zeitung wird jedoch eine besondere Ehre zuteil. Das dort verwendete Titelbild ist für uns die beste Pixel-Grafik des Demo-Jahres 2008. Künstlerin Tascha, immerhin die Freundin des in Szenekreisen hochgeschätzten Grafikers Bridgeclaw, stellt ihren Lebensgefährten mit dieser Arbeit tatsächlich in den Schatten. Wie ein Engel wirkt die Schönheit auf diesem Bild, dessen Stil sich irgendwo zwischen den Fantasy-Legenden Boris Vallejo und Luis Royo einpendelt. Überzeugt hat uns auch Unreals Bild Battle, mit welchem er definitiv einen gewaltigen Sprung nach vorne gemacht hat. Dabei wussten schon seine früheren Bilder zu begeistern. Battle gewann den Pixel-Grafik-Wettbewerb auf der Breakpoint 2008. Der gigantische Roboter im Bild Last Hope, der ein wenig Transformers-Flair versprüht, wurde von Trenox gerendert und schaffte ebenfalls den Sprung aufs Treppchen.



Trend 1: Kommerzialisierung
Die Demoszene erzeugt wieder mehr Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit. Was wir uns jahrelang gewünscht haben, ist nun eingetreten, bringt viele positive Seiten, aber auch negative mit sich. Fernsehteams bevölkern Demo-Parties, allen voran die Evoke 2008, und stören die Atmosphäre. Tolle Berichte wie etwa die kürzlich ausgestrahlte Episode über die Echtzeitkünste beim Digitalen Reporter des ZDF (wir berichteten) wechseln sich mit schlechter Recherche ab. Aber gut, das war schon immer so.

Was Neu ist, sind die großen Namen, die plötzlich auftauchen. Sony engagiert die Demogruppe Plastic, um Szenedemo und Spiel zu vereinen. Herausgekommen ist Linger in Shadows, die erste Demo für die PS3, die in der Medienlandschaft weltweit für Schlagzeilen sorgte. Für Begeisterung und Enttäuschung - wie es viele Videospiele auch tun. Und angeblich gibt es noch zwei andere Gruppen, die im Auftrag von Sony etwas für die PS3 basteln.

Dann haben wir da NVIDIA, den Grafikkartenhersteller. Die Amerikaner richten einfach mal ihre eigene Demo-Party aus, die im Rahmen ihrer Hausmesse NVision stattfindet. Sie klotzen mit High-End-Hardware für Demo- und 4k-Intro-Bastler, wecken somit große Begehrlichkeiten. Plötzlich, so scheint es, will jede Gruppe etwas für das NVIDIA-Event programmieren. Mit 15 Demos und 19 4k-Intros fällt diese Party in Sachen Releases dann auch wirklich fett aus. Mit dem Nachteil, dass viele kleine Veranstaltungen plötzlich unter Demo-Schwund leiden. Den Schwarzen Peter aber NVIDIA zuzuschieben, wäre ungerecht. Sie haben ganz andere Möglichkeiten, die Werke der Demoszene bekannter zu machen. Und sie haben ihr Bestmöglichstes getan, um der doch recht eigenwilligem Gemeinschaft genau das zu bieten, was sie kennen und schätzen. Und dafür sollten wir ihnen dankbar sein. Genau wie Gargaj, Gloom und Steeler, den drei Jungs, die im Jahr zuvor nach Amerika aufgebrochen waren um die Demoszene bei bekannten Firmen zu präsentieren. Dadurch wurde der Deal mit NVIDIA erst ins Rollen gebracht.

Der Kommerz schreitet also voran. Nicht nur dank NVIDIA. Intel supportet die Szene immer noch in Form ihrer eigenen Demo-Competition. Die polnische Ausgabe des Magazins CHIP bringt ein Special über die Demoszene und packt etliche Demos auf DVD. Es werden also neue Türen geöffnet, neue Chancen geboten. Doch nur ein Bruchteil der Szene wird sich von ihm verführen lassen. Letztendlich wird die Szene immer im Untergrund bleiben. Doch von den neuen Möglichkeiten sollte man dennoch Gebrauch machen, denn es ist ein guter Weg zu größerer Popularität und anderen Bereichen die Kreativität zu zeigen, die in dieser Bewegung der digitalen Künstler steckt.

Trend 2: Remote Entries
Der Mangel an Releases bei vielen Events - selbst die große Assembly hatte in diesem Jahr nur sechs Demos zu bieten - machte aber auch erfinderisch. Plötzlich erlaubten viele Veranstalter das Einreichen von "Remote Entries" um mehr Software-Nachschub zu bekommen. Per Upload war es nun auch Personen und Gruppen möglich, die nicht auf eine Party kommen konnten, dort ihre Werke zu veröffentlichen. Zwar wurden diese, übers Hintertürchen eingereichten Daten, wie auf der Buenzli 17, von der Preisverleihung ausgeschlossen. Aber die Möglichkeit seine Produktion dennoch auf einer echten Demo-Party zu zeigen, gefiel vor allem den Grafikern und Musikern. Auch ermöglichte dies Leuten aus anderen Ländern die Teilnahme, die nur schwer auf eine der europäischen Veranstaltungen kommen können.

Trend 3: 4096-facher Zauber
Weiterhin muss die Zahl des Jahres 2008 wohl "4096" lauten. Denn 4096 Bytes darf eine 4k-Intro maximal groß sein. Genau diese Gattung zelebrierte in den vergangenen 12 Monaten ein unglaubliches Schauspiel. Nie zuvor für möglich gehaltene Effekte stecken heutzutage in 4k-Intros. Dazu tolle Optik und Musik. Die 4k-Intros waren 2008 so zahlreich wie nie zuvor, begeistern aufgrund der neuen, technischen Möglichkeiten mehr Leute und bieten ebenfalls ganz großes Demo-Kino. Hier wären wir auch wieder bei der NVscene'08 angelangt, denn wie wichtig die 4k-Intros inzwischen sind, merkte man auch daran, dass, neben dem Demo-Wettbewerb, es nur noch eine 4k-Competition auf der NVIDIA-Party gab. Auch die "4k procedural graphics" haben sich inzwischen etabliert. Hier wird ein maximal 4096 Bytes großes Bild per Code in Echtzeit generiert. Erfunden von den Organisatoren der Schweizer Buenzli-Party ist diese Spezialform der Bildergenerierung inzwischen als Wettbewerb auf vielen anderen Events vertreten.

(Bobic, 01.01.2009)

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