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265 - Evoke 2014: Oldskool = Übercool! (.de)

on Mon 18 Aug 2014 by Bobic author listemail the content item print the content item create pdf file of the content item

in .deMOSZENE Artikel

comments: 0 hits: 3242



Es geschah am zweiten Wochenende im August des Jahres 2014 in Köln, Deutschland. Noch sind die Eindrücke, welche die Demoszene von der Assembly 2014 mitgenommen hat, taufrisch. Kunstvolle Effekte, wie sie das Realtime-Art-Masterpiece Black and White Lies zeigt, stecken in den Köpfen fest. 3D-Bombast der Marke Nuclei bringt Grafikkarten zum Schwitzen, während das kurz vorher veröffenlichte, kreative Designexperiment Mrs Escher's Nightmare einen gänzlich neuen Weg einschlägt. Genau zu diesem Zeitpunkt veröffentlicht die Demogruppe Bauknecht auf der Evoke 2014 die Demo Rocket Science für den Commodore Plus/4 - und bläst alles, was wir bislang in diesem Demojahr gesehen haben, zu Asche! Effekte und Grafiken wie von einem anderen Stern stecken in diesem Werk, das mehr an eine Demo für 16bit-Computer, als an eine für eine 8bit-Kiste erinnert. Zwei Jahre haben Mad, Degauss, Nero und Co. an diesem 15-Minuten-Spektakel gearbeitet und beweisen damit, dass Oldskool immer noch Übercool ist! Genau wie iGor, lug00ber und Messy, die mit Clichés ebenfalls auf dem Pfad der alten Schule wandeln, diesen aber gekonnt in das moderne Zeitalter übertragen, und ebenfalls ganz oben auf dem Treppchen landeten. Jede Menge alter, cooler Dinge also, die wir alte Freaks euch an dieser Stelle, zusammen mit all den anderen tollen Releases von der Evoke 2014, näher vorstellen möchten.



Rocket Science / Bauknecht (Commodore Plus/4 Demo, 1st at Evoke 2014 Alternative Demo Compo)
Rocket Science ist eine brutale Demo. Eine absolute Überdemo, wie wir seit langer Zeit nicht gesehen haben. Das Mammutwerk von Bauknecht spielt in einer Liga mit Debris, Agenda Circling Forth, mit Lifeforce oder Square. Es ist wie von einer anderen Welt. Aber eines ist es ganz sicher nicht: Eine Demo für Windows! Rocket Science läuft auf einem Commodore Plus/4, dem alten Home-Computer-System und etwas sportlicherem Bruder des C64. Und dort läuft es für sage und schreibe 16 Minuten! Eine lange Zeit, in welcher wir Effekte bestaunen dürfen, die keineswegs an einen 8-Bit-Computer erinnern, sondern vielmehr an einen 16-Bitter wie den Amiga! Unglaubliche Tunnelflüge sehen wir, farbenfrohes Plasma, Gesichter, die sich verzerren, manchmal sogar in der Struktur ändern, fantastische Scroller und vieles, vieles mehr. In Rocket Science steckt mehr brachiale Coding-Kunst und Mut zur Innovation, als im Virtual Reality Segment rund um das Oculus Rift! Mehr als zwei Jahre hat die Mannschaft von Bauknecht an diesem epischen Werk gearbeitet und man merkt die Leidenschaft, die Begeisterung des gesamten Teams zu jedem Zeitpunkt. Rocket Science setzt Maßstäbe in allen Bereichen, bietet eine Unmenge an perfekt gepixelten Grafiken. Leider aber keine gute Musik. Genau das ist der einzige Schwachpunkt, denn musikalisch ist dieses Meisterwerk nicht immer zu ertragen. Aber das können wir gerne verschmerzen.



Clichés / iGor, Messy & lug00ber (PC Demo, 1st at Evoke 2014)
Im Jahr 2014 hat sich die Demoszene gewandelt. Man wird geleitet durch spektakuläre Werbevideos, die nicht nur technisch überzeugen, sondern vor allem aufgrund ihres Art-Designs. Ungewöhnliche Wege sollen beschritten, Geschichten erzählt werden. Doch was ist mit den alten Werten? Wenn Demos einfach nur Effekte aneinander reihen, sie mit großartiger, zu jedem Zeitpunkt stets passender Musik unterlegen? Gehören diese Werke dann aufs Abstellgleis? Mitnichten, wie iGore (Code), Messy (Visuals) und lug00ber (Soundtrack) beweisen. Ihre Demo Clichés steckt, wie sollte es anders sein, voller Klischees. Es hat einen Tunnel, es zeigt Würfel, Unterwasserszenen und morphende Gesichter. Es ist sowas von Oldskool, weil es Effekte nur aneinander reiht, sie in jeder Szene beim Namen nennt. Und dennoch ist es ein brachiales Werk. Weil die Technik passt, die Drum 'n' Bass Mucke so verdammt gut passt und Flow, sowie Speed einfach stimmig sind. Es ist bezeichnend, dass in diesem Jahr, in dieser modernen Zeit, ein Werk wie dieses ein solches Ausrufezeichen setzt. Vielen Dank dafür, denn das hier ist wirklich wahrer Demo-Spirit! Einen Kritikpunkt hätten wir dann doch noch: Warum, in aller Welt, habt ihr uns nicht mehr von diesen fantastischen Flaggen-Effekten gegeben, welche gleich zu Beginn gezeigt werden!!!?



Hologram / Mercury (PC 64k Intro, 1st at Evoke 2014)
Mercury sind ihrer Revision-Intro The Timeless die absoluten Stars in der 64k-Szene. Mit Hologram, welches zugleich die Invitation zur Demodays 2014 ist, bauen sie ihren Vorsprung weiter aus. Hologram mag nicht so umfang- und abwechslungsrecih wie The Timeless sein, bietet dafür ein durchgängiges Konzept, was das gute Stück viel harmonischer erscheinen lässt. Laserstrahlen sind hier das liebste Spielzeug der Gruppe. Genau damit durchschneiden sie die atemberaubend schönen Bilder, mit Röhren, Tunneln, futuristischen Objekten in beeindruckender Weise. Überall blitzt und glimmert es, Lensflare-Effekte und Überbelichtung tun ihr Übriges, um die Kulisse noch spektakulärer erscheinen zu lassen, als sie sowieso schon ist. Auf ähnlich hohem Niveau ist dieses Mal auch der Sound, der mit viel Krawumms die mechanische Umgebung würdevoll zur Geltung bringt. Einfach nur Geil!



This Time / Rebels (PC Demo, 2nd at Evoke 2014)
Bei der Invitation-Demo zur Function 2014 Demo-Party packen die Rebellen der Demoszene den Beat-Hammer aus. Zu mächtigen Klängen wandeln sie auf den Spuren der Kult-Invitation-Demo You Should. Denn auch This Time bringt die Infos in ähnlicher Weise dem Zuschauer näher, wie es die Haujobb-Demo tut: Mit Sätzen, die jedesmal mit den beiden Wörtern This Time beginnen. Alleine das sorgt für prächtige Unterhaltung, wird durch die rasante Inszenierung aber noch unterstrichen. Zum Takt der Musik passende Kamerawechsel setzen die vielen 3D-Szenen perfekt in Szene. Die sind allesamt eher dem Oldksool-Stil verschrieben, was heißt, dass Tunnel, rotierende Objekte und Würfel darin vorkommen. All diese Zutaten machen This Time zur zweitbesten Inviation-Demo aus dem Hause Rebels - nach dem legendären Digital Garden, versteht sich!



Nightscape / Subground4 (PC Demo, 3rd at Evoke 2014)
Jetzt wurden also auch die Abenteuerhallen Kalk, der Schauplatz für die Evoke 2014, in einer Demo verewigt. Verbrochen haben dies die Jungs von Subground4 - und uns, sowie allen Besuchern der Party, einen Heidenspaß damit gebracht. Für prächtige Stimmung sorgt sowohl die detailgetreue Nachbildung der Halle, samt Bigscreen, Computertischen und Organizer-Thron, als auch der hervorragende Soundtrack und die fetzigen Kameraschwenks. Viel zu dunkel ist jedoch die generelle grafische Ausarbeitung ausgefallen und auch die Stadtkulisse sieht insgesamt ein wenig trist aus - zumindest bis das schattenhafte Mädchen ein paar Seifenblasen in die Nacht pustet. Ideen und Talent sind bei Subground4 vorhanden. Das merkt man an allen Stellen. Komplett abgerufen haben sie ihr Können aber noch nicht. Die paar Prozent, die noch fehlen, kommen aber ganz sicher auch noch raus!



Meet the Deadline / STILL (PC Demo, 4th at Evoke 2014)
Wenn eine der ganz großen Gruppen etwas Neues veröffentlicht, sind die Erwartungshaltungen immer besonders groß. In diesem Falle trifft dies auf die Berliner Gruppe STILL zu, die mit Meet the Deadline zur Demo-Party Deadline 2014 einladen. Ihr Aufmerksamkeiterreger ist dabei ein stylischer Ausflug in die Layer-Welt, der eigentlich viel Atmosphäre aufbaut. Nur dass nach der Eröffnung bereits wieder alles vorbei ist. Was wie die Einführungssequenz wirkt, ist bereits das komplette Werk. Von daher hat uns der 70 Sekunden Trip zwar gefallen, aber wurden unsere Erwartungen auch wirklich erfüllt? Hier müssen wir ein klares Nein von uns geben!



Project 2401 / Hoodlum (PC Demo, 5th at Evoke 2014)
Die Cracktro-Spezialisten von Hoodlum wagen sich an ihre erste ausgewachsene PC-Demo - teilweise mit Erfolg. So ist der Soundtrack grandios und die grafische Gestaltung gut gelungen. Die sich endlos wiederholenden Spiralen, Glow-Effekte und seltsamen Kameraschwenks holen uns aber immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurück und versetzen uns in die Demozeit um die Jahrtausendwende. Dennoch ist Project 2401 durchaus zu empfehlen, denn solch klassische Werke mit perfekt abgestimmter Musik gibt es nicht viele.



Dismantlement / BluFlame (PC 4k Intro, 1st at Evoke 2014)
BluFlame - das steht für schimmernden Glanz in 4k Intros. Das auf der Evoke 2014 veröffentlichte Dismantlement setzt diese Tradition nahtlos fort. Beeindruckend ist das allemal, denn die gigantische Torus-Maschinerie lebt von diesem Glanz, von ihren spiegelnden Flächen, den Farben, die für einen klaren Kontrast sorgen, sowie der ansprechenden Musik. Innovation sieht jedoch anders aus. Lecker Popcorn-Unterhaltung garantieren BluFlame aber auch damit wieder.



Reasons / Inque (PC 64k Intro, 2nd at Evoke 2014)
Die Gruppe mit den innovativsten Störfiltern für Schriftarten fährt mit Reason bereits die dritte, bärenstarke 64 Intro in diesem Jahr auf. Nach den überragendenOoze und Iterate präsentiert sich Reasons zwar als schwächstes Mitglied des Trios, dennoch weiß das kleine Werk zu überzeugen. Auf der Habenseite zeigt uns Reasons gewohnt fantastische Fraktal- und Mandelbox-Spielereien auf höhchstem Detailgrad. Dass die Inque-isten ein ganz feines Gespür für Design haben, beweist der immer wieder unterteilte Bildschirm, welcher das Geschehen aus unterschiedlichen Blickwinkeln zeigt. Das ist nicht nur eine äußerst kreative Art der Effektdarstellung, sondern bringt ein deutliches Atmosphäreplus. Weniger gefallen haben uns dieses Mal die etwas 'giftige' Farbwahl, sowie der uninspiriert dahin plätschernde Soundtrack.



xx / Titan (PC 4k Intro, 3rd at Evoke 2014)
Während die gesamte 4k-Welt fast nur noch aus Raymarching- und Mandelbox-Fraktalen zu bestehen scheint, kommt aus dem Nichts daher und beschreitet neue Wege. Die 4k Intro aus der Feder von Titan Kabuto sieht manches Mal zwar etwas schlicht und seltsam aus, verzichtet aber auf den vorher genannten Einheitsbrei. Stattdessen klopft uns der gute Mann wunderschöne Kristall-Landschaften und -Blumen auf den Schirm, welche die schwächeren Momene schnell vergessen lassen. Alleine dafür lohnt sich ein erster Blick auf dieses Werk. Ein Zweiter, weil es technisch andere Wege beschreitet.



Calm / JCO & Satori (Wild Demo, 1st at Evoke 2014 Animation Compo)
"Wunder gibt es immer wieder", sang schon Katja Ebstein. Dass diese Aussage richtig ist, beweist JCO mit jedem neuen Werk. Bei diesem Kreativitätsbolzen weiß man nie, was er jetzt wieder ausgeheckt hat. Im Falle von Calm ist es ein sehr atmosphärisches, ruhiges Video mit allerlei Natur- und Stadtaufnahmen. Neben dem wunderschönen Soundtrack ist es der verwendete Grafikfilter, welcher die Filmschnipsel wie mit Öl gemalt erscheinen lässt. Calm erreicht zwar nicht ganz die Klasse der letzten Obergfeller-Ergüsse, wer jedoch Entspannung und Wohlfühlatmospähre sucht, muss hier den Videoplayer anwerfen.

(Bobic, 18.08.2014)

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