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155 - Breakpoint 2008: PS3-Demo von Plastic! (.de)

on Wed 26 Mar 2008 by Bobic author listemail the content item print the content item create pdf file of the content item

in .deMOSZENE Artikel

comments: 0 hits: 1377

Einst war die Demoszene Vorbild für den technischen Fortschritt im Commputer-Business. Neuartige Effekte und Techniksensationen sah man grundsätzlich zuerst in Demos, bevor sie nach und nach den Weg in die Welt der Computer- und Videospiele fanden. Anfang der 90er wandelte sich das Bild. Die Teams der Spieleentwickler wurden größer, das Budget stieg in unendliche Dimensionen. 100-Mann-starke Teams arbeiten oft mehr als 2 Jahre an den Engines. Die kleinen Demogruppen konnten nicht länger mithalten, verloren den Anschluss, weshalb man sich nun mehr auf den Aspekt des Designs beschränkte, Kreativität und digitale Kunst zur Perfektion führte. 2008 nun zeigt die Szene, dass sie selbst mit Grafikbrettern wie Crysis, Killzone 2 oder Metal Gear Solid 4 mithalten kann. Plastic sei Dank!

Es hatte etwas Geheimnisvolles an sich, als auf der Breakpoint 2008 Bonzaj, von der polnischen Demogruppe Plastic, kurz vor Start der wichtigen Amiga- und PC-Demo-Wettbewerbe noch einmal die Bühne betrat. Mit wenigen Worten dankte er den Organisatoren der Party und murmelte in seinem gebrochenen Englisch: "This one's for you!". Was dann folgte, ließ einem den Atem stocken und erklärte, warum Plastic in den letzten zwei Jahren keine Demo veröffentlicht haben.

Das Logo von Sony und der Playstation 3 leuchtete auf. Was dann folgte, hätte sogar Solid Snake vor Neid erblassen lassen. Es war ein Erlebnis, als würden fr-041: debris und Lifeforce gleichzeitig gezeigt werden - nur noch viel intensiver. Monumental ist nur ein Superlativ um das Debütwerk von Plastic auf der PS3 zu beschreiben.



Erst fliegen wir durch eine beeindruckende Wolkenwelt, deren volumetrische Formen Gesichter bilden, während die Credits eingeblendet werden und atmosphärische Pianoklänge erklingen. Auch Xenusion wird hier natürlich genannt, der als Grafiker bei Crytek auch an Crysis beteiligt war. Was dann folgt, darf durchaus als der Debris-Killer schlechthin bezeichnet werden, dürfte aber zugleich auch eine Liebeserkärung an das Werk von Farbrausch sein. Wir blicken in die Tiefe einer Hochhausschlucht, ergötzen uns an der unglaublichen Weitsicht, den gestochen scharfen Texturen und Millionen von Details. Dann nimmt die Orchestermusik dramatische Ausmaße an. Bedrohlicher schwarzer Rauch schlängelt sich aus einer Öffnung, ähnlich dem aus der TV-Serie Lost. Wir folgen der Schlange, die hinab saust, andere Bereiche der Stadt erreicht, Würfel- und Kugelteppiche hinter sich lässt und wir können uns an den vielen Details immer noch nicht sattsehen.

Szenenwechsel: Ein griechischer Tempel erscheint, in dem sich eine täuschend echt wirkende Katze räkelt. Dieses Gesicht, das Fell, ihre Augen! Wir sind sprachlos. Dann winkt schon die nächste Hommage an Farbrausch, denn ein knuffiger Hund mit süßen Schlappohren rückt ins Bild. Allerdings ein richtiger Hund, nicht nur das Wort .hund, welches ja ein Markenzeichen von Farbrausch-Art-Director fiver2 ist. Hier beginnt der Hund zu laufen, möchte die Katze verscheuchen, fällt jedoch dem schwarzen Rauch zum Opfer und erstarrt zu Stein.



Ein mysteriöses Tentakelwesen bahnt sich nun den Weg an die Oberfläche, rast auf die Steinskultpur des Hundes zu und lässt diesen in tausend Stücke zerspringen. Das Ende des Hundelebens, aber nicht das der Demoszene. Die dürfte mit diesem Werk eine Wiederauferstehung in den Medien feiern, dürfte auf Film- und Animationsfestivals für Aufregen sorgen. Sollte Sony bei ihrer nächsten Pressekonferenz diese Produktion von Plastic zeigen, dürften die anwesenden Journalisten gänzlich sprachlos und beeindruckt sein. Der Trailer von Killzone 2 war da nur ein zartes Lüftchen.

Auf der nächsten Seite zeigen wir einige Bilder aus der Demo. Allerdings lässt die Qualität etwas zu wünschen übrig, weil sie nur aus dem Stream von Breakpoint TV stammen. Sobald es ein echtes Video dieses monströsen Demospektakels gibt, oder gar Binaries für die PS3, werden wir euch hier auf 4Sceners.de darüber in Kenntnis setzen. Ich für meinen Teil weiß, was ich mir nächste Woche kaufen werde. Genau, eine PS3!

Update, 25.03.2008: Wie Sid6581 schon in den Comments erwähnt hat, trägt die Demo den Namen "Linger in Shadows" und ist ein von Sony finanziertes Projekt. Die auf der Breakpoint gezeigte Fassung ist noch nicht final. Vermutlich wird Sony diese Demo in der Tat über ihr PlayStation Network anbieten. Die Chancen auf ein baldiges Video sind damit rapide gesunken. Derweil gibt es neben den Screenshots hier auf 4Sceners.de doch ein paar bewegte Szenen aus Linger in Shadows, nämlich im Seminarvideo (240MB) von Bonzajs Vortrag auf der Breakpoint 2008. Der Programmierer der Demo spricht dort über die Vorteile von Demo-Tools, die Unterschiede bei der Programmierung zwischen PC und PS3 und den außergewöhnlichen Fähigkeiten des Cell-Prozessors, der in Sonys Konsole seinen Dienst verrichtet.

Update, 26.03.2008: Das Drängen der Fans wurde erhört. Plastic haben ein hochauflösendes Video ihres Linger in Shadows veröffentlicht. Die Demoszene überschägt sich mit Komplimenten für dieses Werk, wie die Kommentare auf Pouet.net belegen.

Kommentar (25.03.2008): Sony ist also der nächste "Big Name", der die Demoszene für eigene Zwecke engagiert. Schon Intel profitiert seit einiger Zeit von der Kreativität und Technikverliebtheit der Szene. 2008 richtet der Chip-Hersteller zum bereits dritten Mal die Intel Demo Competition aus, bei der sich die fünf besten Demogruppen messen. Auch NVIDIA lädt ihn diesem Jahr zum ersten Mal zu einer Demo-Party ein. NVscene heißt das Event, das in den USA stattfindet. Der Grafikkartenhersteller lockt die Demo-Macher - genau wie Intel auch - mit kostenloser Hardware. Kein Wunder, dass sich viele bekannte Gruppen bereits für den Demo-Wettbewerb angemeldet haben.
Der Effekt dieser Art von Sponsoring ist klar: die Hersteller kommen auf diese Weise leicht an Grafikdemos, mit denen sie die Fähigkeiten ihrer Produkte eindrucksvoll demonstrieren können. Das ist beileibe nicht schlecht, so lange Demos weiterhin kostenlos bleiben. Auch für die Demoszene bringt es Vorteile, erhält sie auf diesem Weg weitaus mehr Aufmerksamkeit, was ihr sicherlich gut tun wird. Viel zu selten tauchen neue Gesichter im Bereich des Demo-Makings auf, da sich die heutige Jugend mehr an Editoren für Spielen versucht oder Grafiken und Musik auf den zahlreichen Portalen im Netz verbreitet. Nur noch ein paar tausend aktive Demo-Bastler gibt es. Im Vergleich dazu: Anfang der 1990er wuselten noch über 30.000 Leute durch die Welt der Echtzeitwerke. Somit ist es durchaus ein guter Weg, den Intel, NVIDIA und auch Sony gehen, denn dadurch werden weitaus mehr Menschen wieder Demos anschauen als dies zuletzt der Fall war. Und seien wir doch mal ehrlich: Sony ist nicht das erste Unternehmen, das für Demos zahlt. Beispiele gefällig? Afri-Cola und der Project Snowblind Teaser von Farbrausch, der 4Players.de Teaser von Conspiracy. Selbt die früheren Benchmarks wie Final Reality müssen dazu gezählt werden. Wenn wir noch weiter zurückblicken finden wir sogar eine Werbedemo über den Amiga 1200 von Complex. Release: 1992! Und das war nur ein kurzer Auszug, denn die Liste ließe sich noch mit vielen weiteren kommerziellen Demos füllen!









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